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Bürgerservicebus kommt

  • Autorenbild: Denis Achtner
    Denis Achtner
  • 16. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aus der Ortschaftsratssitzung Böhlitz-Ehrenberg:


Das Hauptaugenmerk in der letzten Ortschaftsratssitzung des Jahres lag auf der vom Oberbürgermeister beschlossenen Schließung des Bürgerbüros Böhlitz-Ehrenberg. Für die Einbringung war die Amtsleiterin des Amtes »Bürgerservice«, Hanna Sauer, mit einer Mitarbeiterin erschienen, um zunächst eine Übersicht über die Standorte und die Beweggründe der Schließung zu geben. Zum einen möchte die Verwaltung die Mietkosten für das im Vergleich zu anderen Standorten vergleichsweise nur wenig frequentierte Objekt Am Markt, dass sich nicht im Eigentum der Stadt Leipzig befindet, einsparen und zum zweiten sei die personelle Absicherung des Betriebes in den letzten Monaten schwierig geworden. Aufgrund der bekannten Haushaltsituation müssen auch Stellen eingespart bzw. umgesetzt werden. Somit sei die Schließung nach Ansicht der Verwaltung unumgänglich gewesen.


Ortsvorsteher Denis Achtner äußerte sein Unverständnis über Aussagen der Verwaltung in der Beschlussvorlage. Die behaupte, dass die Standorte Leutzsch und am Ratzelbogen besser mit dem ÖPNV erreichbar wären. »Diese Vorlage kann nur jemand geschrieben haben, der in der Innenstadt wohnt und über kein Wissen über die Außenbereiche verfügt«, sagte Achtner. Allein der einfache Weg zum Bürgerbüro am Ratzelbogen erfordere über 45 Minuten, wenn man mit der einzig verfügbaren Buslinie fahren würde. Der Weg nach Leutzsch sei zwar kürzer, doch würde dieser aufgrund der anstehenden sechs Jahre dauernden Brückenbaumaßnahme stark beeinträchtigt werden. Die Haltestelle am Rathaus Leutzsch sei zudem nicht barrierefrei, der Zugang über den Haupteingang des Rathauses ebenso nicht. Parkplätze stünden nur wenige zur Verfügung und der Gang zum Bürgerbüro wird mit einem Schlag um 7,20 Euro teurer – zumindest nach aktuell geltendem ÖPNV-Tarif. Mit der S-Bahn oder der Buslinie 74, so wie in der Vorlage angegeben, sei Leutzsch von Böhlitz-Ehrenberg aus überhaupt nicht zu erreichen. »Da könne man schon die Meinung erhalten, die Ortsteile seien beim Oberbürgermeister schon lange abgeschrieben. Das kommt einer Kapitulation gleich«, führte Achtner weiter aus. Die Ortsteile Burghausen und Rückmarsdorf, die durch das Bürgerbüro Böhlitz-Ehrenberg ebenfalls betreut wurden, kämen in der Vorlage überhaupt nicht zur Sprache.


Unverständlich ist für Achtner auch, dass die Stadt Leipzig bereits im Jahr 2012 den Umzug des Bürgerbüros in das Gebäude der »Großen Eiche« als eine Bedingung in der Änderungsvereinbarung zum Eingemeindungsvertrag festhalten ließ, dann aber über dreizehn Jahre lang nichts passierte. Das Konzept für die Bürgerbüros soll zudem erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 dem Stadtrat vorgelegt werden. Die Schließungen seien also wieder einmal ohne Konzeption erfolgt, ähnlich wie beim Abriss des Schlobachhofes und der Schließung der Kita Auenzwerge. Ortschaftsrat Christopher Werge merkte fortführend an, dass die Zahlen des Diagramms in der Powerpointpräsentation widersprüchlich zur Vorlage seien.


Über die Versorgungsleistung in der Zukunft führte Hanna Sauer aus, dass es ab Jahresbeginn einen »Bürgerservicebus« geben wird, der Böhlitz-Ehrenberg regelmäßig anfahren soll. Genaue Daten und der geeignete Standort werden zur Zeit noch ermittelt. In jedem Fall sollen auch Zeiten nach 16.00 Uhr abgedeckt werden. Hier fragte Achtner nach der Art des Busses, wie man sich das vorstellen dürfte. So handelte es sich bei dem Bürgerservicebus um einen Kleinbus, der durch einen Fahrer und einen Bürgerservicemitarbeiter besetzt ist. Achtner fragte explizit nach einer Schlechtwettervariante, da es den Anschein habe, dass man im Bus selbst nicht Platz nehmen könne. Wartende müssten also im besten Fall in der Sonne, im schlech­testen Fall bei Schnee, Regen und Minusgraden im Freien warten. Das sei weit fernab von einem »Service«.

Abschließend gab Achtner nochmals den Hinweis, dass es anstelle des Bürgervervicebusses zielführender sei, die Herrichtung des ehemaligen Gastraumes der »Großen Eiche« im Altbauerd­ge­schoss herzurichten. Die Räum­lichkeit böte Platz für ent­spre­chende Räume des Bürgerbüros im Wechselbetrieb mit Leutzsch, hielte Toiletten für das Service­personal bereit und würde auch das Wetterproblem sowohl für Mitarbeiter als auch für die Bürgerinnen und Bürger lösen. Daher solle nochmals intensiv geprüft werden, ob die Räum­lichkeiten nicht dafür genutzt werden können.


Aktuelle Informationen, wann der Bürgerservicebus startet, soll es im Gemeinde-Blatt geben.

Seitens der anwesenden Bür­gerinnen und Bürger informierte Frau Hartelt-Just, dass sie eine Petition zum Erhalt des Bürger­büros gestartet habe. Da der Oberbürgermeister bislang keine Rückantwort gegeben habe und die Petition auch nicht auf der Internetseite der Stadt Leipzig freigeschalten wurde, habe sie auf die altmodische, analoge Variante zurückgegriffen. Bisher seien über 1000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt worden.

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